Tenuta dell’Ornellaia | Rückblick Auktion

Berlin, 19. Mai 2011, 18.27 Uhr. Leichter Regenschauer, von echten Berlinern “Husche” genannt, eine sonnendurchflutete Neue Nationalgalerie, dazu ein prachtvoller Regenbogen, ausnahmslos freundliche Hostessen und reichlich Champagner aus dem Hause Roederer boten der illustren Gästeschar den perfekten Rahmen für einen großartigen und spannenden Abend. Die klassisch eingedeckten Tische bildeten einen schönen Kontrast zu den modernen Glasfronten des Mies van der Rohe-Bauwerks aus den 60er Jahren. Nach der beinahe zwei Stündchen dauernden “Aufwärmphase” ging es dann los.

„Der 2008er Ornellaia verkörpert die Energie, die das Terroir unseren Weinen verleiht. Licht, Wärme und Liebe haben sich in aromatische Vielschichtigkeit, eine perfekte Tanninstruktur und großartige Langlebigkeit verwandelt“, beschrieb der deutsche (!) Önologe Axel Heinz einleitend sein Werk. Die anschließende Benefizauktion wurde von Christiane Gräfin zu Rantzau, Deputy Chairman von Christie’s Deutschland, geleitet. 14 hochkarätige Lose kamen unter den Hammer. Neben den großformatigen Flaschen wurden auch zu Beginn zwei Holzkisten mit je einer Vertikale von sechs Jahrgängen versteigert. Hierfür mussten die beiden erfolgreichen Bieter letztendlich ansehnliche 4.000 Euro mitbringen. Nur kurz dachten wir dabei etwas wehmütig an unsere beiden innerhalb weniger Tage ausverkauften Vertikalen der Ornellaia-Jahrgänge 2001 bis 2006, denn diese waren bei SUPERIORE.DE für weniger als die Hälfte haben (wenn man denn schnell und beherzt war…).

Das aufsehenerregendste Los, eine 9 Liter Salmanazar, ging für 40.000 Euro an den Südtiroler Georg Kofler (Unternehmer und Gründungsgeschäftsführer von Pro7). Insgesamt erlösten die Preziosen der beiden Superlative Rebecca Horn und Ornellaia 130.000 Euro, die komplett an den “Verein der Freunde der Nationalgalerie Berlin” gehen. Herzlichen Glückwunsch!

 

Auf einigen Plätzen wurde zwischenzeitlich mehr über den Zweitwein Le Serre Nuove (und sogar den kleinen Le Volte) der Tenuta dell’Ornellaia philosophiert als über den unbestrittenen Star des Abends, was jedoch niemand auf die Klasse eines Ornellaia zurück führen sollte. Wahrscheinlich handelte es sich hier um Personen, die mehr den Kunstliebhabern als Weinkennern zuzurechnen sind, denn der ausgeschenkte Ornellaia-Jahrgang 2008 überzeugte uns auf der ganzen Linie und verspricht wieder einer der ganz großen Jahrgänge zu werden.

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